Die Localisation Industry Standards Association (LISA) definiert Internationalisierung wie folgt:
„Internationalisierung ist der Prozess, ein Produkt so zu verallgemeinern, dass es mehrere Sprachen und kulturelle Konventionen verarbeiten kann, ohne dass eine Neugestaltung erforderlich ist. Internationalisierung findet auf der Ebene der Programmgestaltung und Dokumententwicklung statt."
Im Allgemeinen wird ein Produkt während des Produktentwicklungszyklus internationalisiert, als Voraussetzung für die Lokalisierung eines Produkts.
Ein wichtiger Aspekt der Internationalisierung ist die Trennung von Text vom Quellcode der Software. Der übersetzbaren Text, d. h. Text, der für den Benutzer sichtbar ist, sollte in separate ressourcendateien (nur Text) verschoben werden. Dies verhindert, dass Übersetzer den Programmcode ändern oder beschädigen, da die Ressourcendateien nur übersetzbaren Komponenten enthalten und keinen Code.
Zentral für die Internationalisierung ist die Fähigkeit, die Zeichensätze anzuzeigen und lokale Standards einer bestimmten Sprache und eines Landes zu unterstützen. Bevor beispielsweise ein Softwareprodukt ins Japanische übersetzt werden kann, muss es Doppelbyte-Zeichen unterstützen. Wenn die Anwendung nur für westeuropäische Sprachen programmiert wurde, muss sie zunächst für Doppelbytes aktiviert werden, beispielsweise durch die Verwendung von Unicode-Zeichenunterstützung. Ebenso müssen unterschiedliche ausländische Tastaturlayouts, Eingabemethoden und Hardware-Standards unterstützt werden.
Internationalisierung beschränkt sich nicht auf Software. Online-Hilfe, Dokumentation und insbesondere Websites müssen ebenfalls internationalisiert werden. Für technische Redakteure wird dieser Prozess oft „Schreiben für Übersetzung" oder „Schreiben für ein globales Publikum" genannt. Im Fall von Websites werden Internationalisierung, Übersetzung und Anpassung des Inhalts an spezifische Zielmärkte üblicherweise als „Website-Globalisierung" bezeichnet.
Internationalisierung wird häufig mit „i18n" abgekürzt, wobei „18" die Anzahl der Buchstaben zwischen „i" und „n" angibt. Weitere Informationen zur Internationalisierung finden Sie in Kapitel 2, Internationalisierung.