Adobe indesign cs 2: eine neue generation

Adobe indesign Frequently asked questions

adobe indesign cs 2: eine neue generation?

Mit InDesign hat Adobe eine neue Generation von DTP-Tools auf den Markt gebracht und damit vermutlich auch PageMaker zum Abschied aufgefordert. Viele Anwender blicken besorgt auf die Zukunft und das mögliche Ende von FrameMaker. Inzwischen bietet die Version 4 von InDesign – besser bekannt unter dem Namen „CS2" – einige Funktionalitäten, die mehr Flexibilität für die Technische Dokumentation versprechen als das klassische FrameMaker.

Im Gegensatz zu Adobe FrameMaker bietet Adobe InDesign CS 2 ein breites Spektrum an kreativen Funktionen. Deshalb kann „CS" durchaus auch für „Creative Suite" stehen. Von diesen Funktionalitäten sind jedoch nur einige für die Erstellung von Benutzer- und Betriebshandbüchern sinnvoll, aber insgesamt sind die Features des DTP-Programms deutlich leichter zu handhaben als die von FrameMaker.
Statt ein Dokument-Schema aufwendig von Anfang an einzurichten, kann der InDesign-Benutzer direkt mit der Arbeit beginnen. Allerdings sollte sich der Anwender bewusst sein, dass jeder Schritt gut überlegt sein muss. Unorganisiertes Arbeiten und die Verwendung externer Dokumentkomponenten rächen sich beim Update der Druckversion.

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Abb. 1. Verankerte Objekte können Text und Grafiken sein. Sie beziehen sich immer auf einen Anker im Fließtext und können auch numerisch ausgerichtet werden.


Unterstützung externer Drittanbieterformate
Wenn mehrere Personen an einer Technischen Dokumentation arbeiten oder Dokumentationsteile auch in anderen Druckversionen verwendet werden sollen, kommen häufig Microsoft-Office-Anwendungen wie Word und Excel als Inhalts- oder Datenlieferanten zum Einsatz. Anders als FrameMaker behandelt InDesign solche externen Komponenten nicht als eigenständige Objekte, für die ein „Logbuch" über die Verwendung und den aktualisierten Status geführt wird. Stattdessen stehen in InDesign importierte Texte auf gleicher Stufe mit den eigenen bearbeiteten Texten.

Verankerte Objekte
Eine Funktion, die bisher nur Word- und FrameMaker-Benutzern vorbehalten war, ist nun mit den veranker­ten Objekten ein integraler Bestandteil von CS2. Bei langen, mehrspaltig oder mehrseitig angeordneten Textblöcken ist es möglich, Fließgrafiken oder zusätzliche Textblöcke durch das Setzen eines Ankers mit einem Referenzpunkt zu versehen. Intelligente Einstellungen ermöglichen es sogar, eine Spiegelung auf Doppelseiten zu gewährleisten. Konkret geht es beispielsweise darum, Fließobjekte zu spiegeln, die am linken und rechten Rand angeordnet sind.

Tabellen
Ab der Version CS ist es möglich, Tabellen in InDesign unter Verwendung externer Microsoft-Excel-Tabellen zu bearbeiten. Neu in Version CS2 ist die separate Einstellung für Kopf- und Fußzeilen in Tabellen, die in mehrspaltig oder mehrseitig angeordneten Tabellen automatisch wiederholt werden. Ebenso können Spalten und Zeilen in unterschiedlichen Formen gestaltet werden. Hinsichtlich der XML-Verarbeitung ermöglicht InDesign die Verwendung von Tabellen als ganzes XML-Objekt einschließlich der Tabellenzeilen als markierte XML-Informationen.

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Abb. 2. Mit den erweiterten Tabelleneinstellungen werden Kopf- und Fußzeilen in den nachfolgenden Spalten und/oder Seiten automatisch wiederholt.

InDesign Snippets
Anstelle der bisherigen zentralen Bereitstellung von wiederkehrenden Designkomponenten über die Adobe-InDesign-Bibliothek für Dokumente bieten Snippets eine XML-basierte Alternative zum temporären Speichern nicht nur von Inhalten, sondern auch von Design und Geometrie in einer Datei. Dabei muss der Benutzer nicht unbedingt eine gesamte InDesign-Seite speichern – es reichen die ausgewählten Objekte als Snippet. Mit entsprechenden Tools können Snippets bearbeitet und bei Bedarf in neue Dokumente eingebettet werden.

Objektformate
Objektformate sind wohl das mächtigste Werkzeug von InDesign. Musste früher jede Objekteinstellung wie Kantenformat, Hintergrund, Transparenz, starker Schatten oder Textformatierung einzeln für jedes Objekt definiert werden, lassen sich nun – wie bei der Gestaltung von Absatzformaten – beliebig viele Objektformate erstellen. In der Praxis genügt ein Mausklick, um einem Format alle zuvor gespeicherten Eigenschaften auf ausgewählte Objekte anzuwenden.

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Abb. 3. Besonders bei wiederkehrenden Layouts von Inhalten und Formen vereinfachen Objektformate die Arbeit erheblich.

Adobe Bridge
Die Adobe-Bridge-Funktion ist auch als neues Adobe Command Centre bekannt. Mit Hilfe des Hilfemenüs können Benutzer Bilder, Text, externe Dateien und Snippets einfach mittels Drag-and-Drop speichern und organisieren. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass Adobe Bridge stark auf die Funktionen eines Bild-Datenbankmanagements wie Media Asset Management zusteuert. Die Beschriftung von Objekten und Dateien folgt dem XMP-Standard. Ein großer Vorteil ist, dass diese Methode sowohl von InDesign zu Bridge als auch in umgekehrter Richtung funktioniert. Auch andere externe Dateien können auf die gleiche Weise hinzugefügt und genutzt werden. Nach der Organisation können Benutzer die Objekte mittels einer integrierten Suchfunktion auffinden und die Suchergebnisse als Kollektion für spätere Projekte speichern.

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Abb. 4. Je nach Objekt können beispielsweise auch wichtige Informationen über verwendete Farben und Schriftarten verwaltet werden.

XMP basiert auf XML und steht für „Extensible Metadata Platform". Dabei werden Informationen zur Auflösung, zum Farbraum, zum Urheberrecht und zu Stichworten verwaltet, wobei der Fokus primär auf digital erstellten Bildern liegt. In Kombination mit der Adobe Creative Suite 2 können auch andere Objekte, die ursprünglich nicht bildbasiert sind, verwendet, verwaltet und mit einer Version versehen werden. Mit dem XMP Software Development Kit kann der Benutzer die Erstellung, Verarbeitung und den Austausch von Metadaten anpassen.

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Abb. 5. XMP-Details zeigen uns, wie die optischen Bedingungen und Einstellungen waren, als ein Bild aufgenommen wurde.

Hyperlinks und Lesezeichen
Zu den Hauptfunktionen von Adobe FrameMaker zählen das Platzieren von Hyperlinks und Lesezeichen. Auch InDesign CS 2 unterstützt beide Funktionen. In Kombination mit der Möglichkeit, in einem strukturierten Dokument Ebenen anzulegen – beispielsweise für verschiedene Sprachen – und Hyperlinks und Lesezeichen halbautomatisch zuzuweisen, werden die Fähigkeiten von InDesign beim direkten Export zu PDF offensichtlich. Die so erstellte PDF zeigt die verschiedenen Sprachvarianten eines Dokuments durch Ein- und Ausblenden von Ebenen an. Sprachspezifische Informationen werden durch die zuvor in InDesign erstellten Hyperlinks und Lesezeichen schnell aufgerufen.

Verschachtelte Formate
Adobe InDesign fördert die Kreativität bei der Umsetzung von Design-Layout-Aufgaben. Beispielsweise kann mit einem verschachtelten Format für den Textinhalt – das heißt eine Zeichenkette – eine Formatänderung gesteuert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass eine numerische Zeichenkette wie 0203 mitten im Fließtext automatisch fett formatiert oder der Text von diesem Punkt an eingezogen wird. Mit verschachtelten Formaten lässt sich ein breites Spektrum an Texten auch für die Technische Dokumentation strukturieren und kontrollieren.

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Abb. 6. Verschachtelte Formate vereinfachen die Arbeit mit wiederkehrenden hervorgehobenen Textabschnitten.

Version Cue
Unorganisiertes, sporadisches Speichern von Dateien zur Dokumentation verschiedener Versionen ist eher ein Problem des „klassisch Kreativen", beispielsweise bei einer Präsentation. Am Montag heißt die Datei „Präsentation_Entwurf", einen Tag später folgen einige Änderungen und die Datei heißt „Präsentation_Di". Kurz vor der eigentlichen Präsentation, normalerweise drei bis vier Versionen später, hören wir von einer „Präsentation-Final". Aber dann werden nach der Präsentation noch mehr Änderungen vorgenommen – das Chaos durch mehr oder weniger zufällig gewählte Dateinamen und die Suche nach ihrem Speicherort auf der Festplatte.

Version Cue beendet diesen Ansatz. Jede Datei kann als Version zusammen mit einer kurzen Beschreibung gespeichert und automatisch an einem zentralen Ort abgelegt werden. Wenn die Version von Dienstag als Grundlage für weitere Verbesserungen verwendet wird, kann der Benutzer diese mit einem Mausklick in die aktuelle Version konvertieren. Wenn mehrere Personen an einem Projekt arbeiten, kann die Anwendung als Organizer fungieren und eine Datei über Internetverbindung kontrollieren. Ebenso können kollaborative Verfahren wie Kommentare auf Adobe PDF genutzt werden.

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Abb. 7. Adobe Version Cue zeigt alle Versionen eines Dokuments – ist ein Fehler eingedrungen oder soll eine ältere Version verwendet werden, kann dies mit dieser Anwendung entschieden werden.

Insgesamt betrachtet
Adobe hat großen Aufwand in die Integration des eigenen Produktportfolios investiert. Adobe InDesign CS 2 ist ein Meilenstein in der Geschichte eines ganzheitlichen Lösungspakets für DTP-Arbeiten – eine neue Generation, die sich auch hervorragend für die Erstellung von Betriebshandbüchern eignet.


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